Cranio Sacral Balance - Therapie, Lichtbalance im Institut für ganzheitliche Wahrnehmung Nordhorn Niedersachsen






Gesundheitspraxis Nordhorn
Heilen mit Händen




Andreas Bernsen

Stille und Beziehungen

Stille, Harmonie, Glück und vor allen Dingen Liebe ist das, wonach wir alle suchen. Weil wir besonders in Partnerbeziehungen glauben, dies finden zu können, sind wir ständig damit beschäftigt, eine ideale Beziehung zu erreichen. Vielleicht haben wir zurzeit gar keine Partnerbeziehung und denken, wenn wir endlich mit jemandem zusammen sind, haben wir unser Ziel erreicht oder wir haben in einer laufenden Beziehung Stress und sind deswegen nicht ganz zufrieden. Oft glauben wir dann, wenn bloß der Freund, die Freundin endlich dies oder jenes machen würde oder sein lassen würde, wäre alles in Ordnung.

Immer geht es darum, wie wir uns fühlen. Warum aber suchen wir die Ursachen für jede Art von Gefühl immer im Außen und nie im Inneren bei uns selbst? Warum wollen wir nicht einsehen, dass ausschließlich wir selbst für uns und unser Leben verantwortlich sind? Eine einfache Antwort wäre, dass es eben sehr viel einfacher ist, Fehler und Ungleichgewichte bei anderen als bei sich selbst zu erkennen. Es ist aber zu befürchten, dass diese Antwort nicht sehr hilfreich ist, denn dadurch fühlen wir uns auch nicht besser. Es ist so, dass man letztendlich immer wieder bei sich selbst ankommt und Freiheit nur bei sich bzw. in sich findet. Nur jeder selbst kann fühlen und denken, was er fühlt oder denkt, niemand anders. Wenn wir also in einer sinnvollen Art und Weise über Beziehungen nachdenken wollen, geht man von sich selbst aus und erkundet, wie man in Beziehung zu Dingen oder Menschen steht. Bevor man sich aber seine Beziehungen ansieht, ist der erste Schritt vernünftigerweise, sich selbst kennen zu lernen. In Beziehungen gibt es, ganz allgemein gesagt, immer zwei Teile, die miteinander in Kontakt kommen. Wir sind es, die mit dem Außen – seien es Menschen oder Dinge – in Kontakt sind. Wir sind immer dabei, das Außen wechselt ständig. Dazu kommt noch, dass sowohl wir als auch das Außen sich laufend verändern. Verändern bedeutet, dass alle Formen, Materie wie Lebewesen, sich zeitlebens weiterentwickeln, in gegenseitigen Abhängigkeiten ihre äußere Form wie auch Verhaltensmuster etc. dem Leben und seinen Ereignissen anpassen.

Glücklicherweise müssen wir das nicht alles verstehen. Es ist schon mehr als genug, wenn wir bei uns selbst bleiben. Je besser wir uns selbst, unsere Geschichte, unsere Denk-, Verhaltens- und Bewegungsmuster kennen, umso besser gelingt es uns, harmonische und glückliche Beziehungen zu finden und zu führen. Von unserem persönlichen Entwicklungsprozess hängt es ab, ob wir still und gelassen mit dem sein können, was uns in der Außenwelt begegnet. Es ist so, dass alles, was außerhalb von uns geschieht, uns berührt. Es kann aber nur das berührt werden, was da ist. Was nicht da ist, kann nicht berührt werden. Die Frage der Aufmerksamkeit, des Erkennens, der Realisation kommt ins Spiel und damit wieder der persönliche Prozess. Je mehr wir realisiert haben, je umfassender wir uns selbst kennen, desto einfacher werden unsere Beziehungen. Da der Grund für blinde oder taube oder unbekannte Stellen in uns selbst überfordernde Lebensereignisse waren, die als unverarbeitete Traumata im Körper festgehalten werden, haben wir im Laufe der Zeit Strategien entwickelt, um nicht mit diesen Dingen in Kontakt zu kommen. Werden sie dennoch berührt, können wir es nicht aushalten und flüchten auf vielerlei Art. Für Beziehungen nicht unbedingt ein vorteilhaftes Vorgehen.

Haben wir jedoch durch unseren persönlichen Prozess mehr und mehr von uns aufgedeckt, haben wir es nicht mehr mit Unbekanntem und der letztendlich damit verbundenen Angst zu tun, sondern lediglich mit Erinnerung an das früher Geschehene. Das die Erinnerung bleibt, ist klar, jedoch muss nicht das durch die Überforderung ausgelöste Ungleichgewicht weiterhin da sein. Wir können mit den alten Traumata in Kontakt sein, ohne neu traumatisiert zu werden. Wenn also in Beziehungen alte Traumata berührt werden, müssen wir nicht weglaufen, wir können präsent bleiben und weiter frei und aktiv in der Beziehung bleiben. D. h. wenn wir z. B. wütend oder enttäuscht werden, weil irgendetwas geschehen ist, wissen wir sofort, dass Wut oder Enttäuschung in uns berührt wurde. Wir projizieren diese alte Wut oder Enttäuschung nicht auf Menschen oder Dinge, die sie berührt haben, sondern bleiben bei uns selbst. Weil wir schon aufgrund unseres persönlichen Prozesses die Wut oder Enttäuschung in uns kennen, können wir in unserer Mitte und damit präsent und ohne Beurteilung bleiben. Wir machen nicht andere für uns verantwortlich und können deswegen adäquater reagieren. Es ist keine Lösung, wenn wir nur darauf drängen, dass das Außen sich ändert, damit wir uns besser fühlen. Was würde denn dadurch geschehen? Wenn z. B. unser Partner sein Verhalten ändern würde, würde die Wut in uns nicht mehr berührt und wir fühlen uns sofort besser. Trotzdem wäre die Wut an sich aber immer noch in uns, in unserem Körper festgehalten und kann deshalb immer wieder zu neuen Problemen führen. Der Versuch, sich über Manipulation des Außen besser zu fühlen, bringt also nur kurzen Erfolg, wirklich frei und unabhängig werden wir erst, wenn wir bei uns selbst schauen.

Im Grunde genommen sollten wir deshalb froh darüber sein, wenn uns durch Ereignisse im Außen unbekannte oder verdrängte Gedanken und Gefühle wieder bewusst werden. Wie schon gesagt, je besser wir uns selbst kennen, umso leichter können wir still und im Gleichgewicht bei uns selbst, in unserer Mitte, bleiben – auch, wenn wir mit schwierigen Situationen konfrontiert werden.

In dem Prozess, uns selbst kennen zu lernen oder vielleicht besser gesagt, uns an uns selbst, unsere Geschichte zu erinnern, werden wir mit vielen Emotionen, Körpergefühlen und Gedanken erneut in Kontakt kommen, die nicht einfach für uns sind. Es gefällt uns nicht besonders, die so genannten negativen Dinge wie z. B. Angst, Wut, Enttäuschung, Trauer, Schmerz, Taubheit, Unbeweglichkeit etc. neu zu erleben. Unser ganzes Leben lang sind wir davor weggelaufen, weil wir es nicht aushalten konnten. Wenn wir doch damit in Berührung gekommen sind, haben wir meistens andere Menschen oder bestimmte Situationen dafür verantwortlich gemacht. Wir konnten nicht verstehen, dass es nicht möglich ist, dass ein anderer Mensch uns z. B. Wut gibt. Anstelle zu akzeptieren, dass lediglich die Wut, die ohnehin schon in uns war, durch eine bestimmte Aktion oder vielleicht ein Wort berührt wurde, versuchen wir, das Außen so zu verändern, dass wir das in uns Liegende nicht mehr spüren. Wir laufen weiter vor uns und den inne liegenden unverarbeiteten Lebenserfahrungen weg und bleiben so Opfer unserer eigenen Geschichte.
Die Stille hingegen schafft und ermöglicht den Raum in dem wir damit sein können, und die Ungleichgewichte können endlich losgelassen werden.

Die Stille führt uns zu uns selbst, zu dem wie wir waren, bevor Ereignisse eingetreten sind, die wir nicht verarbeiten konnten. Ob wir es realisieren oder nicht, wir kommen in Kontakt mit einer Seite von uns, nach der wir uns schon lange sehnen. Manchmal verwechseln wir allerdings die ursächliche Sehnsucht mit der Sehnsucht nach Liebe, die wir in einer Partnerbeziehung suchen. Durch Stille kommen wir mit dem in Berührung, welches ungetrennt, ganz ist. Es ist die Quelle, aus der wir als Individuum kommen und zu der wir zurückkehren, wenn unsere Zeit hier abgelaufen ist. Das mit dem Ganzen, Einen verbundene Gefühl ist ein Gefühl grenzenlosen Friedens, vollständiger Ausgeglichenheit und bedingungsloser Liebe. Es ist die Liebe selbst, die alles hervorbringt, sie ist selbstlos, an nichts gebunden und unendlich. Kommen wir auf dem Weg der Stille damit in Berührung, ist dies die Basis, von der aus wir im Leben agieren und mit allem und jedem in Beziehung stehen können, ohne dass wir unsere Mitte verlieren. Wie sollte jemals ein Wort, ein Satz oder - positiv formuliert - ein ungeschicktes Verhalten eines Menschen diese unbegrenzte Liebe begrenzen? Wie sollte ein einzelner Mensch, auch wenn er uns noch so nah steht, die Liebe an sich zerstören können? Er kann es nicht, zumal es auch sein Ursprung ist. Was ist also die größte Hilfe, wenn wir wieder einmal völlig verzweifelt sind? Wenn wir vielleicht glauben, wir finden einfach keinen Freund oder keine Freundin und nicht länger allein sein können oder wenn in einer Beziehung das Schlimmste passiert, was man sich vorstellen kann. Wenn der Partner mit jemand anderem zusammen war. Die Antwort und das Einzige, was uns in die Lage versetzt, so etwas auszuhalten, ist die Liebe. Nicht die menschliche, denn sie folgt ja uns begrenzten Menschen, sondern die universelle. Sie ist immer da, hört nie auf, wir müssen nur in der Lage sein, uns damit zu verbinden. Wenn wir lernen still zu sein, d. h. präsent oder im Hier und Jetzt zu sein, können wir die selbstlose Liebe unter den Verletzungen und Enttäuschungen spüren.

Seien wir froh und glücklich, dass es die Liebe zwischen Menschen gibt, weil diese uns in Kontakt mit der selbstlosen Liebe – unserem Ursprung – bringt. Verwechseln wir aber nicht menschliche Liebe mit der universellen und suchen letztere nicht bei unseren Partnern.

Es ist sehr hilfreich zu verstehen, dass gerade in einer Partnerschaft, wo man sich nah ist und sich liebevoll öffnet, der eigene Prozess des Erkennens und Verstehens gefördert wird. Auch wenn es manchmal unbequem ist, seien wir unseren Partnern dankbar und verurteilen sie nicht dafür, dass sie uns gezeigt haben, wer wir sind. Machen wir uns klar, dass auch wir sie im Gegenzug berühren und sie ihrerseits genauso im Prozess des Erwachens sind. Wer gemeinsam durch Stille erkennt, wer er/sie ist, realisiert Jenes, welches sowohl in ihm als in ihr Form angenommen hat. Dann sind wir frei. Wer frei ist, erscheint für andere Menschen sehr attraktiv.

Wenn wir z. B. gerade in einer Lebensphase ohne eine Partnerbeziehung sind, ist es sehr sinnvoll, diese Zeit für sich und seine persönliche Entwicklung zu nutzen. Wer möchte denn schon mit jemandem zusammen kommen, der unfrei und abhängig und Opfer seines eigenen Lebens ist? Wer nicht still genug ist, kann zudem nichts Neues zulassen und verhindert möglicherweise genau das, welches er am sehnlichsten wünscht. Auch in einer bestehenden Beziehung versteht es sich von selbst, dass es am besten ist, wenn man frei ist. In dem Fall muss nicht das Außen, sprich der Partner, dafür sorgen, das wir uns gut und geliebt fühlen. Wir sind frei, weil wir uns selbst kennen und können deshalb auch unserem Partner Freiheit gewähren. Wir müssen nicht einengen und vorschreiben, sondern sind in der Lage, Raum zu geben und zu gestatten. Weil wir die Natur der Dinge verstehen, erwarten wir nicht, dass der Partner uns etwas gibt, wozu er nicht in der Lage ist. Die grundsätzliche Sehnsucht nach der Liebe selbst kann nicht von einem Menschen befriedigt werden. Die Liebe selbst können wir nur in unserem Innersten finden, indem wir realisieren, wer wir wirklich sind. Wir alle sind auf unserem persönlichen Weg des Erkennens und niemand ist perfekt. Wenn wir aber nur mit jemandem zusammen sein wollen, der perfekt ist, haben wir ein Problem. Wir werden dann wohl nie eine Beziehung eingehen können oder wenn wir in einer laufenden Beziehung Fehler entdecken, müssten wir sie beenden. Das ist natürlich Unsinn. Wir sollten uns allerdings klarmachen, dass eine Beziehung nur dann funktionieren kann, wenn beide Partner gleichermaßen an Veränderung, sprich Entwicklung oder persönlichem Prozess interessiert sind. Da das einzig Sichere in unserer Welt Veränderung ist, kann Festhalten oder stetes Verharren in Bekanntem nicht funktionieren. Ohne die Bereitschaft zur Veränderung kann es kein Wachstum geben. Ist dies für beide Partner klar, steht einem gemeinsamen Wachsen in Harmonie, Freude, Liebe und Freiheit nichts im Wege. Wir sind in unserem Tempo und auf unserem Weg zum Erkennen und gestatten dies gleichermaßen unserem Partner. So kann sich in uns, unserem Partner und in unserer Beziehung die Liebe selbst frei und ungestört ausdrücken. Dies ist das größte Geschenk, welches wir erleben können: dass die Liebe, der Quell allen Seins, sich in unserem Leben jederzeit zeigen kann. Wir müssen es nur zulassen.

Angaben zum Autor:
Andreas Bernsen
Berliner Straße 31
48529 Nordhorn
Telefon (05921) 77007
E-Mail: info@heilenundentspannen.de
Internet: www.heilenundentspannen.de

Stand: Juli 2008


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