Cranio Sacral Balance - Therapie, Lichtbalance im Institut für ganzheitliche Wahrnehmung Nordhorn Niedersachsen






Gesundheitspraxis Nordhorn
Heilen mit Händen
Im Folgenden beschreibe ich die Arbeit von und mit Stille – die Aktion, die kein Tun nötig hat. In der Tradition der Stille hat Mike Boxhall diese wundervolle Arbeit entwickelt. Mike lebt und arbeitet in England (www.stillness.co.uk).

Andreas Bernsen
Die Kraft der Stille

Beginnen wir gleich zu Anfang mit dem Schluss: Wir können Spirit, dem zeitlosen Geist, der Intelligenz der Natur vertrauen. Der Weg der Stille ist für uns der direkteste und unmittelbarste Zugang zu unserer wahren Natur. Vertrauen und folgen wir dem, was sich offenbart, so lautet die Antwort auf fast alle Fragen, Schwierigkeiten und Probleme im Leben immer gleich. Sei still und präsent mit dem, was ist und es wird geschehen, was nötig ist. Hören wir auf, ständig zu beurteilen und einzugreifen, wird Harmonie, Zufriedenheit und Gesundheit mehr und mehr in unser Leben zurückfinden.

Wenn wir in der Lage sind, loszulassen, zu vertrauen, still zu sein; wenn wir dadurch sowohl individuellem Intellekt als auch dem universellen Geist in unserem Leben gleichen Raum geben, können wir frei und glücklich sein.

Oft sieht unser Alltag jedoch anders aus. Allzu leicht und viel zu oft gerät unser Leben aus dem Gleichgewicht. Häufig gibt es ein Zuviel oder Zuwenig. Vielleicht sehnen wir uns zum Beispiel danach, einmal nichts zu tun oder das Telefon auszuschalten und nicht erreichbar zu sein oder anders herum endlich einen Job zu haben oder einmal angerufen zu werden, Kontakt mit anderen Menschen zu haben. Von uns selbst oder von anderen an uns gestellte Anforderungen sind enorm und oft wissen wir nicht mehr, wo uns der Kopf steht, vergessen wir, wer wir sind.

Das Geschenk der Stille ist es, wieder zu erinnern, wie es war, bevor der Stress anfing, wer wir wirklich sind, wie wir gedacht sind. Das hilft uns, ein Leben in Freiheit, Glück und Gesundheit zu führen.

Wie aber kann Stille uns dazu verhelfen? Was ist mit Stille gemeint? Die Antwort ist einfach und schwierig zugleich: Stille ist das Wahrnehmbare, wenn der Intellekt aufhört zu arbeiten, wenn wir vertrauen. Das, was übrig bleibt, wenn der Verstand aus dem Weg ist, hilft uns am meisten.

Obwohl die hier gemeinte Stille nicht zur Gänze in Worte zu fassen ist, bleibt dennoch nur die Sprache, um sich darüber auszutauschen. Es ist sinnvoll, sich klar zu machen, dass Worte zu einem Verständnis beitragen, die Wahrheit selbst allerdings nur gefühlt werden kann. Sprache beschreibt, die Worte sind aber nie das Beschriebene selbst.

Im Folgenden wird sich einiges wiederholen. So wie bei einem Rad alle Speichen zur Mitte führen oder wie ein Berggipfel auf verschiedenen Routen erreicht werden kann, führen auch Wiederholungen immer zum Gleichen. Sie sind verschiedene Wege zur Realisation des Einen, des universellen Geistes. Wenn wir die Quelle allen Seins, das Eine, als Leerheit verstehen – weder dies noch das noch nicht-dies noch nicht- das – so kann man sagen, dass tiefste erlebbare Stille nahe der Grenze zur Leerheit liegt. Daher kann Stille uns helfen, ein Gefühl für unsere wahre Natur, eben jenes Eine, zu entwickeln.

Wenn Stille hier in Verbindung mit dem Einen genannt wird, ist klar, dass mit Stille nicht Ruhe gemeint ist. Ruhe alleine beschert kein Leben in Freiheit, Glück und Gesundheit, sie kann jedoch neben anderen Faktoren eine wichtige Voraussetzung für das Erleben von Stille sein. Andere Bedingungen für ein wachsendes Gefühl für Stille sind individuell unterschiedlich, eines ist jedoch klar: immer muss stetig und regelmäßig dafür gesorgt werden. Gleichgültig ob es Yoga, Meditieren, Spazierengehen, Sport, Musik oder was auch immer für den Einzelnen am hilfreichsten ist, je öfter wir für Randbedingungen sorgen, in denen Stille spürbar wird, umso besser.

Wer sich mit dem Wesen der Stille beschäftigt, lernt zwei Seiten des Lebens kennen.

Zum einen sind wir Eins. Wir sind nicht zu beschreiben, denn in dem Einen gibt es keine Unterscheidungen, kein Subjekt und Objekt. Kein Subjekt, welches beschreibt und kein Objekt, welches beschrieben wird. Es gibt nur das Eine, Ganze – ohne Konzept von Raum und Zeit. Erlebnisse, die wir damit verbinden, sind zum Beispiel Momente tiefsten Friedens, bedingungsloser Liebe, grenzenloser Freude oder Verbundenheit mit allen Dingen und Wesen. In diesem Einen gibt es keine Konzepte.

Konzepte erscheinen erst durch die Trennung aus dem Einen. Dualität entsteht und existiert.

Das ist unsere andere Seite: Wir sind zu einer bestimmten Zeit in einem bestimmten Körper geboren. Wäre es nicht so, könnte ich diese Zeilen nicht schreiben und Sie könnten Sie nicht lesen. Wir sind individuell und stehen mit allem, was uns umgibt, in verschiedensten Beziehungen. Je nach dem, wie wir sind, gestalten sich auch unsere Beziehungen.

Diese zwei Seiten – das Eine und das Individuelle – widersprechen sich nicht, sie beschreiben lediglich unterschiedliche Aspekte unseres Seins.

Realität und Wirklichkeit

Die Realität ist das was sichtbar, spürbar, verstehbar ist – sprich die Form. Alle Formen - gleichgültig ob Lebewesen oder tote Materie – verändern sich zeitlebens und existieren in gegenseitigen Beziehungen miteinander. Ob wir es sind, der Mount Everest oder unser Universum, nichts bleibt gleich, es ist ein Kommen und Gehen, dennoch bleibt das wahre Wesen der Dinge – die Wirklichkeit – gleich.

Die Wirklichkeit ist die Quelle allen Daseins, die Essenz des Lebens, jenes welches allen Formen zugrunde liegt. Dieses Eine ist jenseits aller dualistischen Konzepte, es IST. Vielleicht könnte man es als reines Potential, welches noch keine Form angenommen hat, beschreiben.

Die Stille ist der Spiegel, mit dem wir mit beiden Seiten in Kontakt kommen können.
Dabei ist die Wahrnehmung oder das Bewusstwerden sehr wichtig. Der Schlüssel zur Realisation beider Seiten ist der Prozess des ins Bewusstseinkommens. So bietet uns die Aufmerksamkeit die Chance zu erinnern, wer wir sind. Zum einen, was unsere Geschichte als individueller Mensch ist und zum anderen, was unsere wahre Natur ist. Ohne Stille oder absichtslose Achtsamkeit kann der Schleier des Vergessenen, des Verborgenen und nicht Gewussten nicht gelüftet werden. Realisation, Verstehen oder Wachwerden bedeutet, dass Realität und Wirklichkeit sich selbst offenbaren. Dann können wir damit in Berührung kommen.

Zum einen mit unserer Form, unserer Lebensgeschichte, die in unserem heutigen Leben mit der Befruchtung angefangen hat. Einige Menschen glauben übrigens, dass nach dem Zusammenkommen von Ei und Samenzelle sowie als Drittem die Seele, es eine Phase des Innehaltens gibt, bevor es zur „Ignition“ (Zündung) und anschließenden Zellteilungen kommt. Unser Leben beginnt also mit Stille. Gleichgültig wie viele Jahre dies her ist, heute verkörpern wir unsere Lebensgeschichte. Unser eigenes Bild von uns selbst ist das Ergebnis all dieser Jahre. Zu Beginn waren wir nicht mehr Eins und deshalb getrennt. Seit dem gibt es für uns die Dualität mit Ich und Du, „Haben wollen“ oder „Nicht haben wollen“. Wie oft erleben wir, dass wir etwas, das wir nicht haben, besitzen wollen und etwas, das wir haben, loswerden wollen? Im ersten Fall sind es etwa materielle Dinge, ein Job oder Freunde etc. Im Zweiten Probleme, Stress, Krankheiten oder ähnliches. Es entstehen Ungleichgewichte, die Geschichte unseres Lebens ist die, dass Dinge passiert sind mit denen wir nicht umgehen konnten oder können. Dabei geht es nicht um Schuld und Unschuld oder Glück und Pech. Es ist eben nicht alles kontrollierbar. Das Leben ist nicht das ersehnte Wunschkonzert. Obwohl wir viele Überforderungen, Traumata erlebt haben, haben wir überlebt, sonst wären wir jetzt nicht da. Gleichwohl halten wir viele unverarbeitete Lebenserfahrungen in unserem Körper fest. Egal, welcher Art die Überforderungen waren, ob es Körper, Geist oder Seele getroffen hat, ob es also z.B. ein Unfall, Stress oder Angst, oder ein Verlust waren, die wir nicht verarbeiten konnten, immer muss es im Körper, in unseren Geweben sein. So kann es z.B. in Haut, Knochen, Organen, Nervensystem etc. festgehalten sein. Dies ist uns oft unbewusst und damit es auch so bleibt, haben wir Strategien entwickelt. Strategien, wie bestimmte Verhaltens-, Denk- oder Bewegungsmuster, die verhindern, dass wir mit dem Trauma in Kontakt kommen.

Wichtig ist, zu verstehen und zu akzeptieren, dass die aufgrund unverarbeiteter Lebenserfahrungen entstandenen Ungleichgewichte da sind - wenn auch unbewusst. Diese Ungleichgewichte führen auf lange Sicht zu Veränderungen, sprich Symptomen und Krankheiten. Dann müssen wir uns nicht nur mit den aktuellen Problemen auseinandersetzen, sondern immer auch mit den verursachenden Ungleichgewichten. Auch nach überstandener Krankheit ist es unerlässlich, den unverarbeiteten Lebenserfahrungen von Stille aus Raum zu geben, damit auch diese losgelassen werden können. So bleibt der Körper heil und neue Symptome können nicht entstehen.

Sowohl Vorgeschichte als auch aktuelle Probleme machen uns in gewisser Weise unfrei, denn bestimmte Dinge können wir einfach nicht tun, nicht sehen, nicht hören, nicht fühlen. Diese Dinge prägen unser Bild von uns selbst. Als Ergebnis sehen wir uns als die Person in dem Alter, mit den Freunden und Bekannten, dem Beruf, dem Einkommen, dem Haus und Auto, dem Verhalten, dem Aussehen usw. Ohne es vollständig bewusst zu haben, zeigen wir, was wir erlebt haben. Wir verkörpern es.

Kommen wir nun wieder zur anderen Seite unseres Seins. Wie wir gedacht sind, wie wir wirklich sind. In unserer westlichen Welt haben wir zu diesem Teil von uns nur wenig Kontakt. Wir haben häufig völlig vergessen, was unter der Realität liegt und lehnen Gedanken, dass unsere eigene wahre Natur Eins und damit ursächlich ist, als Unsinn ab. Uns wird beigebracht, den Wissenschaften zu vertrauen, wir berechnen und steuern und alles soll nach unserem Willen funktionieren. Wir denken, wir seien die Krone der Schöpfung und könnten alles bestimmen. Unser Verstand hat sich zum Chef aller Dinge gemacht und so sägen wir langsam den Ast ab, auf dem wir sitzen. Wir zerstören die Erde, von der wir abhängig sind.

Die Wahrheit ist jedoch, dass das Leben, die Natur nicht zur Gänze erklärbar, verstehbar, steuerbar ist, sondern nur zum Teil. Aber obgleich wir das Eine nicht vollständig verstehen und erklären können, sind wir es dennoch. Das Eine, welches nicht in Worte gefasst werden kann, zeigt sich in allem und jedem, so auch in uns. Machen wir uns an dieser Stelle klar, dass „alles und jedes“ auch Dinge beinhaltet, die wir nicht mögen! Krankheiten, Stress, Mangel, Unglücklichsein, Unfälle sind nur einige Beispiele. Sie sind ebenso Formen, die aus dem Einen, der Leerheit, entstehen wie das Gegenteil, also Freude, Heilsein, etc. Wenn wir lernen, in den Herausforderungen des Lebens nur eine bestimmte Form des Ganzen zu sehen, verliert unser Leben sehr viel an Stress. Wir hören auf, ständig zu bewerten, wir beginnen zu vertrauen und zu folgen. Mit anderen Worten wir werden still. Dadurch kann sich das Eine, Ganze deutlicher in uns ausdrücken und Körper, Geist und Seele reagieren mit mehr Harmonie. Im Nachhinein betrachtet ist es oft so, dass genau das Problem mit dem wir beschäftigt waren, nötig war, um uns den nächsten Schritt zum erkennen des Einen machen zu lassen. Ohne die Herausforderung hätten wir uns nicht weiterentwickelt.

Leben wir unser Leben von Stille aus, so erkennen wir, dass alles was geschieht, zur Realisation des wahren Wesens dient. So ist der Weg das Ziel und beides, Weg und Ziel sind Eins. Weil dies so ist, führen wir jetzt in diesem Augenblick genau das Leben, wonach wir streben. Wir müssen nicht jemand anderes werden oder ein anderes Leben führen, wir benötigen auch nichts von außen, wir sollten nur erinnern oder realisieren, dass wir schon Eins sind. Dann ist es kein Problem zu akzeptieren, dass Formen sich immer ändern, sprich dass unser Leben sich ändert. Ohne Veränderung, Bewegung, Stoffwechsel gäbe es gar kein Leben.

Wenn wir heute frei und glücklich sein wollen, ist es am sinnvollsten, beide Seiten unseres Seins zu realisieren, d.h. ohne den Verstand geht es nicht und ohne die Natur geht es auch nicht.

Um es noch einmal zu wiederholen, den Verstand mit seinen Fähigkeiten haben wir über Generationen kultiviert. Wir vertrauen seinen Beurteilungen und dem, was dabei heraus kommt. Verstand loslassen, keine Kontrolle ausüben und somit alleinig der Natur, dem wahren Wesen der Dinge zu vertrauen, erscheint uns als unsinnig, ja sogar gefährlich. Deswegen ist loslassen so schwierig.

Wenn wir loslassen, stecken wir immerzu in Unsicherheiten, wir wissen nicht was geschieht, verstehen nicht. Es scheint undenkbar, dass dabei etwas Hilfreiches herauskommt und deswegen lassen wir es sein. Wir haben nicht gelernt, den Unsicherheiten von Stille aus zu begegnen und können so nicht erfahren, dass es ohne Unsicherheiten kein Wachstum geben kann. Der Segen der Unsicherheiten bleibt uns verschlossen, weil wir nicht still sind. Auch wenn wir versucht haben, mit dem Verstand aus dem Weg zu gehen, folgen wir dennoch wieder dem Verstand mit seinen Beurteilungen. Wir sind nicht still, nicht präsent, wir können nicht mit dem oder bei dem, was geschieht, bleiben ohne es zu beurteilen.

Dabei ist still-sein, präsent-sein im Grunde genommen ganz einfach, wir müssen ja nichts tun. Schwierig ist es trotzdem, weil wir kaum in der Lage sind, es zuzulassen.

Sehr oft stecken wir auf der Verstandesseite fest und können deshalb nicht erleben, welchen Vorteil es bringt, wenn wir vertrauen, still sind. Von Stille aus dem Leben begegnen, ermöglicht und ermächtigt uns, dem Chaos des Lebens entgegenzutreten ohne chaotisch zu sein. Ebenso können alle unverarbeiteten Lebenserfahrungen – alle Traumata –, die wir immer noch festhalten, durch Situationen im Alltag berührt werden, ohne dass wir dadurch neu traumatisiert werden. Das bedeutet, wenn wir mit den alten Verletzungen in Berührung kommen und gleichzeitig unser Gefühl für Stille behalten können, bleiben wir frei in der Wahl unserer Reaktion. Von Stille aus können wir agieren.

Sind wir nicht still und damit nicht präsent, reagieren wir meistens aufgrund unserer unverarbeiteten Lebenserfahrungen. In dem Fall haben wir vergessen, dass Natur auch unser Ursprung, unsere Quelle ist. Sind wir still, müssen wir nicht verstehen, wir müssen uns auch nichts aneignen. Das wahre Wesen, der universelle Geist, die Intelligenz der Natur ist uns von Anfang an innewohnend. Nur indem wir mit dem Verstand aus dem Weg gehen, mit anderen Worten, wenn wir still werden, offenbart sich unsere wahre Natur. Harmonie, Freude, Liebe, Gesundheit sind uns angeboren und liegen unter all den Traumata die wir erlebt haben. Wir müssen uns nur zurückerinnern.

Dieses kann in Stille geschehen. Stille ist der Spiegel, in dem wir unser wahres Wesen sehen können. Je stiller, umso klarer der Spiegel, umso klarer das Sehen. Ungetrübt unser wahres Wesen erleben ist ein Schatz, den es sich zu suchen lohnt.

Verstand und wahre Natur zusammen geben uns ein volles, zufriedenes Leben.
Beide Seiten sind wichtig.
Der Verstand muss der Mittler zur wahren Natur der Dinge sein. Werden keine Randbedingungen geschaffen, in denen sich das wahre Wesen, der zeitlose Geist ausdrücken kann, können wir nicht frei leben.

Ein weiterer Punkt, der sich anzusehen lohnt, ist die Frage nach Verzeihen und Vergeben. Wenn uns traumatische Ereignisse widerfahren sind sehr oft andere Menschen beteiligt. Wir neigen leicht dazu, Schuld und Verantwortung alleinig bei den anderen zu sehen. Selbst wenn alles offensichtlich zu sein scheint, ist es sinnvoll, sich klar zu machen, dass wir doch nicht die ganze Geschichte verstehen. Das ist sehr schwer einzusehen, meistens bleiben wir dabei, dass die anderen die Schuld tragen. Wir können ihnen nicht verzeihen, weil unser Leben zum Teil völlig aus den Fugen geraten ist. Deshalb können wir die betreffenden Menschen nicht sehen oder hören, können nicht mit ihnen gemeinsam in einem Raum sein. Wenn wir doch zusammen kommen, geht es uns schlecht, wir fühlen uns unwohl, können uns nicht normal verhalten. Verzeihen oder vergeben in dem Fall heißt, mit seinem Innersten in Verbindung zu kommen, mit der Quelle, mit dem Heilen. Gleichgültig wie schlimm die Verletzung war, es gibt die Möglichkeit ihr von Stille aus zu begegnen. Dadurch kommen wir in Kontakt mit dem Ort in uns – dem Einen - der unter der Verletzung liegt, der gar nicht erst verletzt wurde. Durch Stille, in Präsenz wird es möglich, damit in Berührung zu kommen. Treffen wir dann die betreffende Person, fühlen wir uns normal, denn wenn wir präsent bleiben, vollständig im Hier und Jetzt, bleiben wir mit unserem eigenen Heilsein verbunden. Im Grunde gibt es in der Wahrnehmung des Einen, Ganzen gar kein Vergeben, wir sind einfach normal, wie gedacht. Die Frage nach Vergeben und entsprechende Gefühle kommen erst dann wieder auf, wenn wir nicht mehr präsent sind und der Verstand die alleinige Kontrolle übernimmt.

Was bedeutet Stille in der Arbeit mit Menschen?
Die Arbeit mit Stille erscheint uns sehr ungewöhnlich und oft erlauben wir uns diese Hilfe erst dann, wenn alle anderen Methoden nicht mehr zum gewünschten Ziel führen und wir sehr viel an Lebensqualität eingebüßt haben. Wir sind eben von klein auf daran gewöhnt, bei Krankheiten, psychischen oder seelischen Problemen zum Arzt oder Therapeuten zu gehen und vertrauen auf das übliche Vorgehen, Diagnose und entsprechende Behandlung. In der Arbeit mit Stille ist es anders: Es gibt keine Anamnese, Diagnose, keinen Behandlungsplan, keine Behandlung. Stattdessen vertrauen wir zur Gänze der Intelligenz der Natur. Wie vorher beschrieben, ist der Verstand ausschließlich Mittler. Wenn ein Mensch Hilfe sucht und ein anderer von Stille aus diese Hilfe geben möchte, ist natürlich völlig klar, dass man sich an einem geeigneten Ort trifft. Es werden Randbedingungen geschaffen, in denen wir uns am einfachsten und direktesten an unser Heilsein erinnern können. Für diese Bedingungen ist der Verstand zuständig. Während der Sitzung selbst gehen wir dann mit dem Intellekt vollständig aus dem Weg. Die entscheidende Frage ist: Können wir still bleiben, gleichgültig was geschieht? Still bleiben bedeutet: kein Verstehen, kein Steuern von außen, kein Eingreifen, kein Erwarten, kein Wunsch irgendetwas zu erreichen, kein Weg, kein Ziel, kein Ergebnis. Unsere „Arbeit“ ist wie ein Spiegel, egal was der Spiegel zeigt, der Spiegel selbst ändert sich nicht. Er bewertet nicht, er zeigt ausschließlich was ist. Das was ist, ist Zweierlei. Einerseits unsere Lebensgeschichte und wie wir darauf reagiert haben, andererseits unsere wahre Natur, d.h. der Originalbauplan des Lebens. Kommen wir durch den Spiegel mit diesen zwei Seiten in Berührung, haben wir – obwohl wir es nicht verstehen oder gerade weil wir nicht verstehen – alle Informationen, um Ungleichgewichte loszulassen und zur Gesundheit, zum Heilsein zurück zu finden. Dies geschieht umso vollständiger, je weniger von außen eingegriffen wird, je mehr wir vertrauen. Im eigenen Tempo und in eigenen Prioritäten finden Körper, Geist und Seele zurück zu Harmonie und Gesundheit. Wie gesagt, die entscheidende Frage ist, können wir still bleiben, können wir damit der Intelligenz der Natur vollständig vertrauen?

Da es nichts zwischen Vertrauen und Nicht-Vertrauen gibt, bedeutet Hingabe zur Stille ein vollständiges sich-ergeben in das eigene innerste Sein – ohne jegliches verstehen oder festhalten.

Wahre Heilung geschieht nur durch Einsicht in die zeitlose Natur des Geistes. Der menschliche Verstand ist nicht in der Lage, die Geschichte vollständig zu verstehen. Deswegen ist es unsere Aufgabe, still zu sein und zuzuhören, wenn (Lebens-) Geschichte erzählt wird. Wenn wir es nicht verhindern, wird die Intelligenz der Natur, die ja auch unsere ist, das bewirken, was nötig ist.

So ist es zu verstehen, dass das, was geschieht, Heilung ist, wir aber keine Heiler sind. Es gibt kein aktives Tun. Wir sind einfach Menschen. Unser Segen liegt darin, einfach und gewöhnlich zu sein. Denn das Eine ist einfach und gewöhnlich, nichts anderes. Es gibt keine Trennung, keine Dualität, deswegen nichts Besonderes. Alles ist. Es gibt keine Aktivität in dem Einen, jedes Tun trennt. Sobald wir anfangen, speziell und besonders zu sein, beginnen wir die intellektuelle Seite unseres Seins auszudrücken und zu leben. Die Probleme fangen an.

Auch wenn wir sagen, wir können alles erreichen, wenn wir es nur wirklich wollen, bedeutet das nicht, dass wir wirklich Alles haben können. Vieles ist möglich, wie z.B. wirtschaftlicher Erfolg. Trotzdem ist der menschliche Verstand immer noch begrenzt und versteht nicht alle Konsequenzen unseres Tuns. Wenn wir also unser Ziel in einem Bereich erreicht haben, zahlen wir häufig in anderen Lebensbereichen einen hohen Preis. Deswegen scheint es klüger zu sein, präsent zu sein, still zu sein und von dieser Achtsamkeit heraus zu agieren. Von Stille aus allem zu begegnen, bedeutet letztendlich zu vertrauen und dem zu folgen, was sich offenbart. Wir als Teil der Schöpfung stellen uns nicht über die Schöpfung selbst.

Je mehr wir beide Seiten unseres Seins verkörpern, umso hilfreicher. Immer wieder ist die Stille der geeignete Weg zur Realisation. Deswegen ist die Antwort auf fast alle Herausforderungen im Leben auch immer die Gleiche: Sei still und präsent mit dem, was ist und du wirst das bekommen, was nötig ist.

Du kannst der Natur, dem zeitlosen Geist, vertrauen.


Angaben zum Autor:
Andreas Bernsen
Berliner Straße 31
48529 Nordhorn
Telefon (05921) 77007
E-Mail: info@heilenundentspannen.de
Internet: www.heilenundentspannen.de

Stand: Oktober 2008


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