Cranio Sacral Balance - Therapie, Lichtbalance im Institut für ganzheitliche Wahrnehmung Nordhorn Niedersachsen






Gesundheitspraxis Nordhorn
Heilen mit Händen




Andreas Bernsen

Der Weg der Mitte

Wir Menschen verkörpern zwei Dinge. Einmal unser Menschsein und zum anderen das Ursächliche, Ungetrennte, Ganze. Wer beide Seiten realisiert, erkannt hat, ist wach. Wach in dem Sinn, dass sowohl er das Leben frei leben kann als auch das Leben selbst sich ungestört durch ihn ausdrücken kann. Oftmals sind wir davon noch ein ganzes Stück entfernt. Gleichwohl sind wir, ob wir es wollen oder nicht, oder ob wir es wissen oder nicht, alle auf unserer persönlichen Reise zum Verstehen. Mit jedem Tag gewinnen wir mehr Lebenserfahrung und dies versetzt uns in die Lage für uns zu entscheiden. Wir lernen, was wir möchten oder nicht, was uns hilft oder was uns hindert. Jeder Mensch hat seine eigene Geschichte, deswegen hat jeder seinen eigenen Weg, sein eigenes Tempo und sein eigenes Verstehen. Ist dies nicht so, sind wir von anderen abhängig. Wer auf dem Weg des Erwachens ist, lernt durch stille, selbstlose Achtsamkeit sowohl seine menschliche als auch seine ungetrennte, universelle Natur kennen.

Stellen wir uns das Bild einer Waage vor. Auf der einen Seite befindet sich unsere individuelle, menschliche Seite, auf der anderen unsere ungetrennte, universelle, zeitlose Seite. Beide Seiten sind gleich, gleich wert, es gibt keine Bewertung, die Waage ist im Gleichgewicht. Haben wir dies erkannt, sind wir wach, präsent und können mit allem was geschieht im Hier und Jetzt sein. Wir sind frei. Das ist jedoch für viele gleichermaßen Theorie wie auch ein ersehntes Ziel. Aktuell würde man die Waage – abhängig vom eigenen Verständnis der Dinge, sprich Grad der Realisation – wahrscheinlich so beschreiben, dass weder die individuelle noch die universelle Seite gleich ist. Auf jeder Seite fehlt unterschiedlich viel zum Ganzen. Die Waage ist nicht im Gleichgewicht und anstelle von präsent zu sein, versuchen wir alleinig mit unserem Verstand die Welt für uns so zu gestalten, wie wir sie möchten, damit wir uns wohl und unabhängig fühlen. Wir spüren nicht, dass unsere Unkenntnis uns unfrei macht.

Wenn wir dies verstehen, haben wir den Schlüssel zur Freiheit. Es ist ganz einfach: Erkenntnis – Bewusstwerden ist sowohl Weg als auch Ziel.

Damit der Prozess des Wachwerdens, des mehr und mehr Erkennens ungestört und sinnvoll stattfinden kann, müssen geeignete Randbedingungen geschaffen werden. Es scheint fast so, als müsse die Quadratur des Kreises gelingen, denn der Intellekt muss Bedingungen schaffen, in denen er selbst (der Verstand) still bleibt, nicht beurteilt und nicht eingreift. Das erinnert fast ein wenig an die Koans japanischer Zen-Meister, die letztendlich auch nur dazu dienen sollen, mit dem Verstand aus dem Weg zu gehen.

Die Stille ist der unmittelbarste, schnellste und direkteste Weg zum Erkennen sowohl der einen als auch der anderen Seite unseres Seins.

Gehen wir noch einmal zu diesen beiden Seiten zurück bzw. zu der Tatsache, dass wir weder die eine noch die andere Seite unseres Wesens vollständig realisiert haben. Wir müssen erkennen, dass der Verstand nicht vollständig in der Lage ist, beide Seiten ausschließlich mit seinen eigenen Mitteln zu erfassen. Das hat einfache Gründe. Bezogen auf unsere menschliche Seite gilt, dass von dem Augenblick an, wo wir Gestalt angenommen haben, Lebensereignisse eingetreten sind, die das Überleben in Frage gestellt haben. Die Erfahrung zeigt, dass die prägendsten und schwierigsten und damit unverarbeiteten Lebenserfahrungen zu einem Zeitpunkt aufgetreten sind, als das Nervensystem – sprich Gehirn und damit der Intellekt – noch gar nicht vollständig entwickelt war. Deswegen konnte es auch noch nicht so funktionieren wie heute bei uns Erwachsenen. Wie also sollen wir uns jemals bewusst an Dinge erinnern können, die in einem solch frühen Entwicklungsstadium geschehen sind? Aufgrund unserer Denk-, Bewegungs- und Verhaltensmuster können wir heute in etwa rückschließen, worum es sich gehandelt hat. Vielleicht waren wir nicht gewollt, über- bzw. unterversorgt, hatten zuviel oder zuwenig Liebe oder sind zum falschen Zeitpunkt zum falschen Ort gekommen. Wirklich wissen können wir dies aber nicht, vor allen Dingen nicht, wo im Körper Ungleichgewichte entstanden sind und wie wir darauf reagiert haben. So können wir wenigstens erklären, dass wir unsere menschliche Seite nicht vollständig erkannt haben.

Unsere ungetrennte, universelle Seite vollständig mit dem Verstand zu erfassen ist ausgeschlossen. Wie soll der einzelne Intellekt als Teil des Ganzen, welches ihn hervorgebracht hat, dieses Ganze, Eine jemals vollständig verstehen und beschreiben können? In dem Ganzen ist alles Eins, es gibt keine Subjekt-Objekt-Beziehung, infolgedessen ist jedes Wort jeder Gedanke, den der einzelne, getrennte Intellekt hervorbringt, eben nicht das Ganze, Ungetrennte. Alles, was über das Ganze gesagt oder geschrieben wird, ist der Versuch einer Beschreibung, aber nie das Ganze selbst. Die Hilflosigkeit des Intellekts in dem Versuch das Ganze, Eine festzulegen, zeigt sich schon in den dauernd unterschiedlichen Bezeichnungen. Manchmal sprechen wir von dem Ursächlichen, der Quelle, der Essenz des Lebens, dem Ungetrennten, dem Einen, dem Ganzen, dem universellen Geist, dem Zeitlosen Geist, Spirit, der Intelligenz der Natur, von unserer göttlichen Natur, unserer Buddha-Natur usw. Je nachdem wo und wie wir gerade leben, haben wir unterschiedliche Begriffe, meinen aber immer dasselbe.

Wenn wir jetzt auch verstehen, dass wir eben nicht verstehen, bleibt doch festzuhalten, dass wir dennoch beide Seiten unseres Seins, wie schon ganz zu Beginn gesagt, verkörpern. Wenn wir im Gleichgewicht sein möchten, müssen wir nur damit in Kontakt kommen. Es ist sehr sinnvoll, Raum zu schaffen, in dem dies geschehen kann. Was wir versuchen ist folgendes: wir streben in Zusammenarbeit mit anderen, mit dem Level von uns in Kontakt zu kommen, an dem Ungleichgewichte, schwierige Lebenssituationen noch gar nicht in Form gekommen sind. Es ist dies der Level unausgedrückter Lebenskraft, die originale Intention oder wie oben u. a. beschrieben das Ungetrennte. In Erinnerung an die allen gemeinsame Quelle existiert die Möglichkeit, dass die Form, die die Quelle hervorgebracht hat – sprich wir – zu dem zurückkehren kann, wie sie gedacht ist. Wir sind dann nicht länger Opfer unserer unverarbeiteten Lebenserfahrungen.

Voraussetzung dafür ist, dass der Verstand ausschließlich Mittler dazu ist, sonst aber aus dem Weg bleibt. Bleiben wir still und vertrauen somit dem universellen Geist kann aus dem freien Spiel von universeller Intelligenz und seines unbegrenzten Potentials mehr Gleichgewicht in unser Leben Einzug halten. Wir sind auf dem Weg der Mitte, d. h. beide Seiten unseres Seins offenbaren sich ungehindert von den Forderungen des einzelnen Intellekts. Wir kommen in Kontakt mit uns selbst, der Schleier des Nicht-Wissens lüftet sich. Das bedeutet jedoch nicht notwendigerweise, dass intellektuell alles erfasst wird, vielmehr entwickeln wir einen gefühlten Sinn für uns selbst. Auf der Seite unseres Menschseins kommen wir vielleicht in Berührung mit Gedanken, Emotionen, Körperempfindungen, die nicht unbedingt Sinn machen müssen. Wenn wir in der Haltung des Vertrauens bleiben können und geschehen lassen was geschieht, kann vielleicht zum ersten Mal unsere Geschichte gehört werden. In diesem Kontext bedeutet gehört werden geheilt werden.

Unsere ungetrennte, universelle Seite offenbart sich auf wundervolle, unendlich mannigfaltige Weisen. Vielleicht schlafen wir und sind dennoch wach, das Zeitgefühl verändert sich, Minuten werden zu Stunden und Stunden werden zu Augenblicken. Wir sind erfüllt von einem tiefen Gefühl des Friedens, von einem Gefühl der selbstlosen Liebe für alle Dinge und Lebewesen. Wir sehen und erleben Farben und Emotionen, ohne dass wir bewusst sind. Gedanken sind da, ohne dass wir sie denken. Wir spüren den ganzen Raum um uns herum bis zum Horizont und sind doch im Innersten. Wir sind dankbar und haben Mitgefühl für alles Existierende, wir erleben uns selbst in allen anderen. Dies sind unvergängliche Momente und dennoch hören sie auf.

Den Weg der Mitte zu gehen, heißt unsere beiden Seiten – das Menschliche und das Universelle – gleichwertig und gleichzeitig zu gehen. „Es gibt den Spirit und es gibt den Bankmanager.“ (Mike Boxhall). Beides hat seinen Platz, beides hat seinen Wert. Nichts ist besser oder schlechter als das andere. Wir sollten lernen, Dinge zu integrieren anstatt sie aufgrund von Beurteilungen des begrenzten Verstandes auszuschließen. Je mehr wir gestatten, je weniger wir urteilen, umso mehr hält das Ganze Einzug in unser Leben. So ist z. B. in Zeiten des größten Stresses in unserem Leben der Weg der Mitte die Antwort.

Durch Kontakt zu beiden Seiten unseres Seins, d. h. in Präsenz, können wir mit der Außenwelt gelassener und harmonischer in Beziehung stehen. Die Anforderungen sind vielleicht die gleichen, wir sind und bleiben durch das Bewusstsein unseres Seins in unserer Mitte und im Gleichgewicht.

Wir leben ein waches und freies Leben und das Leben drückt sich durch uns und in uns frei und ungestört aus.

Angaben zum Autor:
Andreas Bernsen
Berliner Straße 31
48529 Nordhorn
Telefon (05921) 77007
E-Mail: info@heilenundentspannen.de
Internet: www.heilenundentspannen.de

Stand: Mai 2008


Impressum
Datenschutz