Cranio Sacral Balance - Therapie, Lichtbalance im Institut für ganzheitliche Wahrnehmung Nordhorn Niedersachsen






Gesundheitspraxis Nordhorn
Heilen mit Händen




Andreas Bernsen
Alles hat seine Zeit

Ein Kind spielt, Jugendliche erforschen das Leben, junge Erwachsene lernen auf eigenen Füßen zu stehen und irgendwann begeben wir uns auf die Suche nach dem Sinn des Lebens. Auf dieser Reise öffnen sich viele Türen. Ob wir bereit sind, hindurch zu gehen, entscheiden wir ganz allein. Manchmal stürmen wir durch, manchmal verharren wir und überlegen, wie es gehen soll und andere Male wollen wir partout nicht weitergehen.

Wir haben Angst
Je tiefer und unbewusster die Angst ist, desto mehr Macht hat sie über uns. Wir können nicht frei entscheiden. Freiheit und Glück ist aber genau das, wonach wir streben.

Wohin fährt uns also das Vehikel des Lebens? Eine Auseinandersetzung mit dieser Frage ist gleichbedeutend mit der Sinnfrage. Es scheint klar, dass es keine einfachen Antworten gibt, die Komplexität und gegenseitigen Abhängigkeiten allen Seins schließen dies aus. Je größer und umfassender unser Verständnis, mit anderen Worten je ganzheitlicher wir alles sehen können, umso mehr Sinn macht alles. Verständnis und Erkennen entwickelt sich umso mehr, je mehr Lebenserfahrung wir haben. Es ist also das Leben selbst, welches den Sinn des Lebens ausmacht. Wir erfahren, dass der Augenblick, das Hier und Jetzt das ist, worum es geht. Immer ist es der jeweilige Moment, in dem wir leben.

Wenn dem so ist, müsste nicht nach dem Sinn des Lebens gefragt werden, sondern vielmehr danach, ob wir Menschen in der Lage sind, den Sinn, der sich jederzeit offenbart, zu erkennen.

Wenn wir präsent und achtsam sind, erleben wir mit voller Aufmerksamkeit unseren eigenen Prozess. So wie jede andere Form ändern auch wir uns stetig. Geschieht dies in vollem Bewusstsein, erwachen wir mehr und mehr zu dem, was wir wirklich sind. Zu dem bestehenden Selbstbild von uns gewinnen wir mit jedem Entwicklungsschritt ein Detail hinzu. Wenn wir es nicht verhindern, werden wir immer mehr zu dem heilen, ganzen Menschen, der wir wirklich sind.

Warum aber sollten wir verhindern, dass wir heil und ganz und damit frei, gesund und glücklich sind? Die Antwort auf diese auf den ersten Blick befremdliche Frage liegt in der Natur des Ego, unseres individuellen Selbst. Per Definition erkennt sich das Ego als sich selbst und grenzt sich von allem anderen ab. Es existiert eine dualistische Weltansicht, in der das Eine das Andere sieht, hört, spürt und empfindet. Das steht im Gegensatz zu einer erweiterten Sicht, bei der von Einheit, dem Ganzen, Einssein gesprochen wird. Hier gibt es nichts mehr, welches sieht, hört oder empfindet, genauso wenig wie etwas gesehen, gehört oder empfunden werden kann. Dieses Ganze, Ungetrennte ist heil, ursprünglich und unverletzt.

Die Natur des Egos und damit des Intellekts bedeutet für uns, dass wir uns ausschließlich als getrennt, als Nicht-Ganz, Nicht- Eins empfinden. Deswegen und weil wir als individuelles, getrenntes Lebewesen nicht alles sich ständig Verändernde nach unserem Willen kontrollieren können, sind wir immer wieder im Ungleichgewicht und damit abhängig, unglücklich und krank. Aus diesem Dilemma können wir uns nur lösen, wenn unsere Sicht ganzheitlicher wird. Wir müssen nichts aufgeben oder loswerden, im Gegenteil: je mehr wir dazu gewinnen, umso ganzer und heiler werden wir.

Eines ist klar: es ist nicht von unserem Ego, Intellekt zu erwarten, dass es sich selbst aufgibt, um Eins zu werden. Das wäre gegen die eigene Natur und nicht sinnvoll. Der Verstand ist dazu geschaffen zu bewerten, zu urteilen und zu entscheiden. Ohne ihn würden wir in unserer Welt nicht lange überleben.

Möchten wir aber mehr als nur überleben, ist es äußerst sinnvoll, den Verstand zusätzlich als Mittler zu unserer zweiten, wahren Natur einzusetzen. Wir können Randbedingungen schaffen, in denen sich unsere wahre Natur, das Heile, Ganze offenbart. Dies kann nur geschehen, wenn der Intellekt still bleibt, wenn wir vollständig vertrauen. Interessanterweise ist es so, dass gerade Probleme und Herausforderungen dazu führen, zu vertrauen. Je größer die Betroffenheit, umso größer ist die Bereitschaft zu ändern, zu vertrauen. Wie schon gesagt, ist es das Leben mit all seinen unterschiedlichen Erfahrungen, welches zu größerer Erkenntnis führt.

Viele Menschen haben erlebt, dass gerade die schwierigsten, schwersten oder traurigsten Momente zu den erfüllendsten Erlebnissen geführt haben. Wer z. B. einmal selbstlose, bedingungslose Liebe – also nicht auf das Selbst, das Ego bezogen – erlebt und gespürt hat, hat erinnert und weiß, was es zu gewinnen gibt, was frei sein bedeutet. Das Wort „selbstlos“ ist das Entscheidende oder Schwierige. Wem fällt es leicht, Dinge zu tun, ohne einen persönlichen Nutzen zu erwarten? Oder bezogen auf den eigenen persönlichen Prozess den letzten Standpunkt des Egos loszulassen, der da lautet: „Ich möchte überleben!“ Nichts für sich haben zu wollen macht nur durch die Realisation des Ganzen Sinn. Es ist so, dass wir nicht für uns sondern für das Ganze sorgen. Das Grandiose ist, dass indem wir vertrauen, uns ganz hingeben, das Ganze im Gegenzug viel besser für uns sorgt als wir es selbst jemals gekonnt hätten.

Einige Wort von Laotse drücken dies aus:
Der Berufene häuft keinen Besitz auf.
Je mehr er für andere tut
desto mehr besitzt er.
Je mehr er anderen gibt
desto mehr hat er.
Des Himmels Sinn ist zu fördern
ohne zu schaden.
Des Berufenen Sinn ist
wirken ohne zu streiten.

Gewinnen wir zu unserer gewohnten, individuellen vom Intellekt geprägten Sicht das Verständnis unserer wahren Natur hinzu, so können wir in allem unser eigenes, wahres, heiles Wesen erkennen. Indem wir mit dem Verstand aus dem Weg gehen, realisieren wir Alles. Indem wir nichts Einzelnes besitzen, sind wir das Ganze.

Angaben zum Autor:
Andreas Bernsen
Berliner Straße 31
48529 Nordhorn
Telefon (05921) 77007
E-Mail: info@heilenundentspannen.de
Internet: www.heilenundentspannen.de

Stand: 10. Mai 2008

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